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Igel: nichts dagegen
nichts dagegen
Igel: ein bisschen dagegen
ein bisschen dagegen
Igel: viel dagegen
viel dagegen

Wie geht Igeln?

Igeln ist Systemisches Konsensieren für Kinder. Statt zu fragen, wer dafür ist, wird gefragt: Sträubt sich da was bei dir? Das verstehen schon die Kleinsten, und es funktioniert im Morgenkreis genauso wie im Klassenrat.
Was ist Igeln?

Widerstand ist wertvoll

„Hast du Widerstand – und wenn ja, wie viel?“
Beim Igeln wird nicht abgestimmt, wer gewinnt. Alle zeigen zu jedem Vorschlag, wie viel Widerstand sie spüren. Gewählt wird der Vorschlag, mit dem alle am besten leben können.
Dahinter steckt das Systemische Konsensieren. Das Prinzip stammt aus Österreich und wird von der Kita bis zur Gemeindepolitik eingesetzt: Nicht das soll geschehen, was die meisten wollen, sondern das, wogegen es den geringsten Widerstand gibt.
Mehr zum Systemischen Konsensieren auf konsenslotsen.de →
Hasenfamilie aus dem Buch Der Igeltraum

Warum heißt es Igeln?

  • Kinder kennen ihn: [Zum Igel können Kinder eine Beziehung aufbauen.]
  • Stacheln sagen Nein: Ein Igel stellt die Stacheln auf, wenn er etwas nicht mag.
  • Die Hände machen es nach: [Hände von sich weghalten: eine abwehrende Geste, die jedes Kind versteht.]
So geht es

In fünf Schritten zum Igeln

Beim ersten Mal dauert es etwas. Nach ein paar Runden holen die Kinder die Steckbretter oft schon selbst.
Symbol: Frage stellen

Offene Frage stellen

Die Frage steckt den Raum ab, den die Kinder mit Ideen füllen. Fragen Sie offen statt mit Ja oder Nein oder Entweder-oder: statt „Spielen wir Fußball oder Basketball?“ lieber „Was spielen wir?“, statt „Wollen wir einen Ausflug machen?“ lieber „Was machen wir an unserem freien Tag?“ So kommen neue Ideen auf den Tisch, und niemand streitet in zwei Lagern.
Symbol: Rahmen klären

Rahmen klären

Überlegen Sie vorher und sagen Sie den Kindern zu Beginn, worüber sie mitentscheiden dürfen. Zum Beispiel: Sind Vorschläge erlaubt, bei denen Kinder ausgeschlossen werden? Von wann bis wann darf der Ausflug gehen? Es frustriert Kinder sehr, sich einzubringen und dann zu erleben, dass ihre Idee den Rahmen sprengt. Oft reicht es, zu sagen, dass Sie die Vorschläge noch prüfen. Und: Fragen Sie nur, wenn Sie mit jeder Antwort leben können.
Symbol: Vorschläge sammeln

Vorschläge sammeln

Jeder Vorschlag, der in den Rahmen passt, kommt auf die Liste. Je nach Thema sammeln Sie sofort, oder Sie lassen sich und den Kindern etwas Zeit. Vorschläge dürfen sich gegenseitig zu neuen, besseren anregen. Wie viele Vorschläge die Kinder überblicken, schätzen Sie selbst ein.
Symbol: Nix-tun-Möglichkeit

Die Nix-tun-Möglichkeit dazunehmen

Immer auf die Liste gehört die Passivoption: Was passiert, wenn alles bleibt, wie es ist, oder nichts Neues entschieden wird? Je nach Situation heißt das: Die Aktion fällt aus, oder Sie entscheiden als Erwachsene allein. Wenn die Familie kein gemeinsames Ausflugsziel findet, entscheiden dann die Eltern allein über das Ziel, oder fällt der Ausflug aus? Überlegen Sie vorher, welche Passivoption für Sie tragbar ist, auch wenn Sie eine Änderung bevorzugen. Sie bringt klare Sicht, zeigt, welche Vorschläge besser abschneiden als Nix-tun, und schützt vor dem Eindruck, Veränderung sei immer gut.
Symbol: Igelstacheln zeigen

Igelstacheln zeigen und zählen

Zu jedem Vorschlag zeigen alle, wie viel Widerstand sie spüren: Hand aufs Herz heißt keine Stacheln, eine Hand nach vorn ein paar Stacheln, beide Hände nach vorn alle Stacheln hoch. Ältere Kinder zeigen 0 bis 5 oder 0 bis 10 Finger. Die Skala beginnt immer bei Null, Begeisterungspunkte gibt es nicht. Wir wollen ja herausfinden, wo es pikst. Am Anfang hilft es, alle nacheinander zu fragen, es geht auch anonym. Malen Sie die Stacheln auf oder stecken Sie Stäbchen ins Steckbrett, so dass alle das Ergebnis sehen. Der Vorschlag mit den wenigsten Stacheln wird umgesetzt. Hohe Widerstände können Sie danach gemeinsam erforschen, ein Veto sind sie nicht. Zeit für Austausch über Wünsche oder Sorgen planen Sie ein, wo es Ihnen sinnvoll erscheint.
Tipps aus der Praxis

Wie führen Sie es ein?

Das hängt vom Alter ab. Die Tipps stehen dort, wo Sie sie brauchen.

Katharina Springer über die starken Widerstände einer Kollegin
Was Kinder lernen

Wer Widerstand zeigen darf, wird gehört.

„Beim Igeln haben wir bisher kaum enttäuschte Gesichter gesehen, stattdessen beobachten wir bei den Kindern Entscheidungsfreude […] und einen Gruppenzusammenhalt, der nicht vom konkreten Ergebnis der jeweiligen Igelrunde abhängt.“
Elisa Hempel, Kinderrat Friedersdorf