„Warum wird nur die Stimme von diesem einen Pädagogen gehört?“
Ein Kind aus einer Waldklasse, als es um Mützen beim Essen ging, erzählt von Katharina Springer
Igeln in der Schule
Wie Klassen gemeinsam entscheiden, ohne dass die meisten verlieren. Hier finden Sie Argumente, Geschichten aus Schulen und meine Angebote.
Clip: Mützen und Kapuzen · 1:22 · mit Untertiteln
Das kennen alle
Wenn abgestimmt wird, verlieren oft die meisten
Zwei Szenen aus Schulen, die Beteiligung ernst nehmen und trotzdem scheitern. Nicht an den Menschen, sondern am Verfahren.
Grundschule
Der Kino-Nachmittag
25 Kinder stimmen über drei Filme ab. Der Nussknacker gewinnt mit 8 Stimmen. 17 Kinder bekommen nicht, was sie wollten, und einige gehen am Kinotag traurig nach Hause, weil der Film zu aufregend für sie ist.
Oberschule
Die Sportstunde
Die Klasse soll wählen, was gespielt wird. Die Lauten wollen Basketball, alle anderen wollen alles außer Basketball. Nach einem genervten Schlagabtausch spricht die Lehrerin das Machtwort: Basketball. Ihr bleibt ein schales Gefühl.
Beide Geschichten stammen aus meinem Artikel „Demokratie an der Schule“.
Argumente
Warum der Mehrheitsentscheid der Demokratiebildung im Weg steht
Schulen wollen Teilhabe, Gemeinschaft und Engagement. Das Mehrheitsprinzip bewirkt oft das Gegenteil. Vier Gründe, die Sie im Kollegium nennen können:
1
Relative Mehrheiten sind Minderheiten
Beim Kino-Nachmittag bekamen 8 Kinder ihren Willen, 17 nicht. Einer solchen Entscheidung fehlt der Rückhalt.
2
Der Mehrheitsentscheid misst keine Zustimmung
Wer für etwas stimmt, zeigt nur, was er vorzieht, oft das kleinere Übel. Wie tragfähig das Ergebnis ist, bleibt unsichtbar.
3
Der Mehrheitsentscheid verträgt keine Vielfalt
Mit vielen Vorschlägen zerfallen die Stimmen. Also wird die Auswahl klein gehalten, und gute Ideen kommen gar nicht erst auf den Tisch.
4
Der Mehrheitsentscheid belohnt Durchsetzung
Wer laut ist und Bündnisse schmiedet, gewinnt. Wer einen Kompromiss vorschlägt, schwächt die eigene Seite.
Platzhalter: Lehrpläne und Schulgesetze zur Schülerbeteiligung (Übersicht folgt)
Was ist anders, was ist gleich?
Dasselbe Prinzip, eine größere Skala
Auch in der Schule wird nicht gefragt, wer dafür ist, sondern wie groß der Widerstand gegen jeden Vorschlag ist. Gewählt wird, was am wenigsten Widerstand bekommt.
Gleich wie in der Kita
Das Prinzip bleibt
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Jeder Vorschlag wird für sich bewertet, nicht gegen die anderen.
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Die Passivlösung ist immer dabei: Was passiert, wenn wir uns nicht einigen?
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Der Vorschlag mit dem geringsten Widerstand gilt, und Bedenken werden sichtbar statt überstimmt.
Anders in der Schule
Mehr Stufen, mehr Verantwortung
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In der Grundschule reichen die Hände: eine Hand für „nicht so gut, aber ich kann damit leben“, zwei Hände für „ganz doof“.
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Ältere Schüler:innen schreiben Widerstandspunkte von 0 bis 10 auf Zettel. So werden auch feine Unterschiede sichtbar.
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Klassensprecher:innen zählen selbst aus. Große Fragen gehen in zwei Runden: erst grob, dann genauer.
Aus Igeln wird Konsensieren: [Begriffe für die Schule einführen: Widerstandsabfrage, Systemisches Konsensieren]
Tipp aus der Praxis
„Nichts dagegen“ heißt nicht „dafür“.
Katharina ließ beim ersten Mal stehen, dass verschränkte Arme „dafür“ bedeuten. Sagen Sie es der Klasse von Anfang an richtig.
Clip: Der erste Fehler (folgt) →Geschichten aus Schulen
Fünf Entscheidungen ohne Verlierer
Klasse 4–6 · Mützen und Kapuzen · 1:22 · mit Untertiteln
Ein Kollege wollte Mützen verbieten. Die Kinder argumentierten und fanden eine Lösung, mit der auch er leben konnte.
Klasse 4–6 · Clip
Die lange Tafel
Wer sitzt beim Essen neben wem? Nach wochenlangem Streit schlugen die Kinder vor, alle Tische zusammenzuschieben. Kein Erwachsener war darauf gekommen.
2. Klasse · Klassenrat
Die Sitzordnung
Zank und Unruhe in der Lernzeit. Die Klasse sammelte neun Vorschläge, vom Springbrunnen bis zu Ohrenschützern. Gewonnen hat: Jeden Tag wird der Platz gelost.
Weiterführende Schule
Die Klassenfahrt
Acht Reiseziele, zwei Runden mit Widerstandspunkten. London hatte weniger Punkte, aber einige hohe: wegen Flugangst. Die Klasse fährt nach Amsterdam.
10. Klasse · Gymnasium
Abschlussfahrt gerettet
Die Lehrerin will nicht mitfahren. Die Klasse einigt sich so geschlossen auf Köln, dass sie sie überzeugt. Erzählt von Moyra Wollenberg.
Stimmen aus Schulen
Platzhalter Stimme: [Zitat einer Lehrkraft – folgt]
Platzhalter Stimme: [Zitat aus dem Schul-Interview – folgt]
Platzhalter Stimme: [Zitat einer Schülerin oder eines Schülers – folgt]
Angebote für Schulen
Ich komme in Ihre Schule
Alle Angebote passe ich an Ihre Schule an. Vor Ort oder online. Preise auf Anfrage.
Für Klassen ab Klasse 7
Schnupperstunde
Eine Doppelstunde: Systemisches Konsensieren ausprobieren, verstehen, warum es fairer ist als der Mehrheitsentscheid, und gleich eine echte Frage der Klasse entscheiden.
in Vorbereitung
Für Klassensprecher:innen
Igel-Botschafter:innen
Eine Workshopreihe, in der Klassensprecher:innen lernen, das Igeln im Klassenrat und im Schülerrat selbst anzuleiten.
Für Lehrkräfte · 1 Tag
Schüler:innen sinnvoll beteiligen
Wer gestaltet mit, wer entscheidet? Und wie funktioniert das Igeln im Unterricht und im Klassenrat?
Für Kollegium und Schulleitung · 1 Tag
Besser entscheiden im Kollegium
Konferenzen und Dienstberatungen, die zu tragfähigen Entscheidungen führen, statt sich im Kreis zu drehen.
